Umgangsformen im Geschäftsleben

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Anregungen  für den zwischenmenschlichen Umgang im Geschäftsleben und den dort herrschenden „Normen“ geben. Diese gelten natürlich nicht für jede Firma (bei Apple werden Sie wohl kaum jemanden im Anzug finden), aber die Mehrzahl der Unternehmen orientiert sich zumindest daran. Eine Beachtung der Hinweise erspart Ihnen vielleicht den Tritt in eines der vielen Fettnäpfchen, die es in diesem Bereich gibt.

Ein persisches Sprichwort lautet: „Höflichkeit ist ein Kapital, das den reicher macht, der es ausgibt.“ Ob im Internet oder im Fernsehen, auf Schritt und Tritt stößt man auf die Aussage, dass Höflichkeit und gutes Benehmen wieder stark in Mode sind. Es werden gehäuft Benimmkurse angeboten, man kann Etikette-Newsletter mit den neuesten Tipps zum Thema abonnieren und sogar die aufgrund diverser Fernsehshows wieder modern gewordenen Tanzschulen vermitteln Nachhilfe in Stil und Etikette.

Natürlich hat sich seit den damals von Adolph Freiherr von Knigge beschriebenen Umgangsformen viel geändert und es wäre mit unter lustig und für viele auch verwirrend, sollten wir immer noch nach diesen Verhaltensmustern leben würden.

Der Knigge beschreibt zwischenmenschliche Umgangs- und Verhaltensformen. In diesem Wort verbirgt sich die Bezeichnung Formen. Wie das Wort schon sagt, handelt es sich meist nicht um starre Vorschriften, denn wenn sich etwas formen lässt, ist es flexibel.

Daher werden wir uns in den kommenden Abschnitten auf die modernen Verhaltensregeln im Business Knigge konzentrieren.

Was sind gute Umgangsformen?

Gute Umgangs- und Verhaltensformen waren und sind wichtig. Somit können Sie sich bspw. von Mitbewerbern abheben oder auch Vorgesetzte auf sich positiv aufmerksam machen. Als berufstätiger Mensch ist ein Teil Ihrer Arbeit die Kommunikation mit anderen Menschen. Sie arbeiten in Teams, Sie treffen Kunden und Lieferanten, Sie sprechen mit Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten.

Zu guten Umgangsformen werden heute Aspekte gezählt, wie:

  • Freundlichkeit
  • Höflichkeit
  • Taktgefühl
  • Zuvorkommenheit
  • Respekt
  • Toleranz
  • Akzeptanz
  • Rücksichtnahme
  • Hilfsbereitschaft
  • Ästhetik

Sie sind sicher nicht die allerwichtigste Voraussetzung für eine Karriere, aber auf dem gesellschaftlichen Parkett können Sie einen guten Eindruck hinterlassen und punkten so eindeutig.

Durch gutes Benehmen vermeiden Sie auch Fettnäpfchen für sich und das Unternehmen, denn jeder Mitarbeiter spiegelt das Unternehmen wider und vertritt es nach außen.

Kenntnisse der gelebten Umgangsformen sind ein Wettbewerbsvorteil für Sie und Ihren Arbeitgeber.

Wichtig ist es aber, dass Sie Ihre eigene Identität bewahren und authentisch bleiben.

Sie können sich auf das Wesentliche konzentrieren, wenn Sie nicht dauernd an Ihr Verhalten denken müssen. Unterschiedliche Situationen fordern unterschiedliche Verhaltensmuster (Privat zu Beruf)

 

Ein paar praktische Beispiele für das Berufsleben:

Gerade im beruflichen Umfeld, wo es darauf ankommt auf seine Vorgesetzten, Kollegen und Geschäftspartner einen guten Eindruck zu machen, erfährt ein schlechtes Benehmen eine harte Ahndung. Nicht selten hängt davon auch der Erfolg im Beruf ab. Schon bei dem Einstellungsgespräch kann man sich die Chance selbst nehmen, wenn man sich nicht zu benehmen weiß. Bei dem Gegenüber kommt nämlich weniger das Gesagte an, als der Gesamteindruck des Menschen, also Benehmen, Kleidung, Gestik und Mimik.

  • Die Dame ist im privaten Bereich diejenige, die entscheidet, wem sie die Hand schüttelt und sie darf beim „Shakehands“ sitzen bleiben. Im beruflichen Umfeld ist es jedoch Sitte und Brauch, dass der Ranghöhere entscheidet, wem er die Hand reicht – die Dame sollte sich dabei von ihrem Sitz erheben.
  • Pünktlichkeit ist eine Zier! Unpünktlichkeit ist extrem unhöflich. Sich dafür nicht zu entschuldigen ist eine Todsünde!
  • Am neuen Arbeitsplatz ist es nicht an dem Neuling, das „Du“ anzubieten oder vorzuschlagen oder den Mitarbeitern die Hand zu reichen. Man muss abwarten, bis der Ranghöhere oder auch der Rest der Kollegen auf den Neuen zugeht und die Hand ausstreckt.
  • Das Anklopfen vor Betreten eines anderen Arbeitszimmers – auch des Sekretariats, sofern es sich um kein Großraumbüro handelt – ist ein Muss. Ausnahme: Der sich in dem Raum befindliche Mitarbeiter wünscht ausdrücklich, dass man nicht klopft.
  • Korrekt kleiden und nicht zu leger. Es wird erwartet, den Kleidungsstil der Kollegen bzw. Kolleginnen zu beachten und sich anzupassen.
  • Grüßen sollte immer derjenige, der den anderen zuerst sieht. Beim Betreten eines Raumes sollte derjenige grüßen, der eintritt.
  • In gesellschaftlichem Umfeld gilt erst einmal: Ladys first! Bei größeren Gruppen mit Personen verschiedenen Geschlechts kann man beim Begrüßen allerdings der Reihe nach gehen. Außer es handelt sich bei der Gruppe um sieben Herren und eine Dame – hier beginnt man mit dem weiblichen Geschlecht. Im Büro sollte man den Chef vor der Sekretärin grüßen. Begegnet man den beiden allerdings in der Oper, so läuft es umgekehrt: Zuerst sie, dann er.
  • Der Vortritt: Ladys first – diese Regel wird nie unmodern, auch wenn manche „Herren“ glauben, sie müssen sich nicht mehr danach richten, da die Frauen ja jetzt emanzipiert seien und nun auch darauf keinen Wert mehr legen würden…
  • Nichtsdestotrotz: Die Frau bekommt den Vortritt, außer eine andere Person ist deutlich älter als sie (mehr als eine Generation) oder besonders würdig.
  • Beim Einstieg in einen Aufzug sollte man allerdings diejenigen, die vorne stehen, zuerst einsteigen lassen und beim Verlassen sollten diejenigen zuerst aussteigen, die näher an der Lifttür stehen.
  • Beim Betreten eines Raumen geht grundsätzlich der Mann voran. Diese Regel stammt noch aus der Zeit, als man befürchten musste, sich beim Betreten eines Lokals in einer wüsten Schlägerei wiederzufinden. Nur, meine Herren, denken Sie daran: Wenn Sie zuerst im Lokal sind, dann halten Sie Ihrer Dame bitte auch die Tür auf! Nicht, dass sich Ihre Begleitung gleich zu Anfang des Abends ungewollt eine blutige Nase holt.
  • Im Restaurant: Die Papierserviette sollte nach Gebrauch nicht zusammengeknüllt auf dem Teller landen, sondern locker gefaltet links neben den Teller gelegt werden.
  • Brot in die Suppe tunken ist absolut verpönt. Das Trinken der restlichen Suppe aus einer kleinen Suppentasse mit Henkeln ist allerdings erlaubt. Zuerst sollte aber bitte der Großteil der Einlage samt der Suppe ausgelöffelt worden sein! Diese Regel ist allerdings kritisch. Im Zweifel verzichten Sie besser auf den letzten Rest.
  • Den Kaffee- oder Teelöffel leckt man nach dem Umrühren der Flüssigkeit nicht ab. Man legt ihn in nassem Zustand daneben.
  • Gläser mit Stiel sollten auch nur am Stiel angefasst werden. Der kleine Finger sollte die untere Glasplatte des Glases berühren.
  • Es ist nicht mehr üblich, mit den Gläsern anzustoßen, außer man feiert einen besonderen Anlass. Man erhebt das Glas, sieht sich gegenseitig dabei an und trinkt einen Schluck, schaut sich wieder an und stellt das Glas ab.
  • Falls man keinen Alkohol in seinem Glas hat, so darf man entgegen der früheren Regelung ebenso sein Glas erheben und anstoßen. Geht es leger zu, so ruft man sich „Prost!“ zu. Eleganter ist allerdings „Zum Wohl!“
  • Den ersten Schluck sollte übrigens der Gastgeber trinken. Er muss warten, bis das Glas jedes Gastes gefüllt ist und nach ein paar einleitenden Worten den ersten Schluck nehmen. Das ist das Startzeichen für alle anderen, ebenso zu trinken.
  • Das Taschentuch: Man sollte auch als Dame immer ein sauberes und faltenfreies Stofftaschentuch bei sich haben. Dies ist eine alte Regel, die auch heute noch ihre Gültigkeit hat. Ist man aber verkühlt und braucht das Taschentuch ständig, ist das Papiertaschentuch hygienischer. Man sollte es allerdings nach einmaligem Benutzen entsorgen. Beim Niesen sollte man zunächst mit dem Sessel ein wenig nach hinten rücken, wenn man zwischen mehreren Gesprächspartnern sitzt. Falls es für das Zücken eines Taschentuchs zu spät ist, sollte man laut Benimmbuch in die linke Hand, in Zeiten der verschiedenen Grippesorten auch in die linke Armbeuge, niesen. Dies ist für den Gesprächspartner angenehmer, der einem am Schluss der Sitzung ja wieder die (rechte) Hand schütteln muss. Dass man sich nicht mehr „Gesundheit“ wünschen soll, diese Regel wurde nach nur einem Jahr ihres Bestehens wieder aufgehoben. Auf keinen Fall sollte man jedoch „Zum Wohlsein“ ausrufen.
  • Helfen wollen: Jeder Mensch braucht einen Schutzwall um sich herum. Experten zufolge sind es rund sechzig Zentimeter im Radius. Ein nicht wahrnehmbarer Kreis, in den nur die engsten Mitmenschen eindringen dürfen. Daher sollte man einen behinderten Menschen z.B. am Zebrastreifen nicht einfach ohne Vorwarnung beim Arm nehmen oder sich an dessen Rollstuhl vergreifen, ohne ihn vorher gefragt zu haben, ob ihm das recht ist.
  • Handy: Der rasende Anstieg der Handybesitzer in den letzten Jahren hat nicht nur Freude gebracht. Der dezente Umgang mit Handys im öffentlichen Bereich ist daher wichtig. Bei Veranstaltungen, gemeinsamen Abendessen und weiteren Events, während derer man nicht auf sein Mobiltelefon verzichten möchte, schaltet man sein Handy am besten auf „lautlos“. Der Vibrationsalarm zeigt einem dennoch einen eingehenden Anruf an. Ruft jemand an, entschuldigt man sich und verlässt den Raum bzw. den Tisch, um die anderen oder den Essenspartner nicht zu stören. Man sollte nicht zu lange weg bleiben und sich noch einmal entschuldigen, wenn man wieder zum Tisch bzw. in den Raum zurückkehrt.
  • Alle Gesellschaftsregeln hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Falls man wirklich alle Kenntnisse zum Thema Etikette erlernen will, bieten Unternehmen Kurse an, bei denen einem die Umgangsformen und Benimmregeln genauestens vorgestellt werden. Von „Wie esse ich was?“ bis „Verhalten bei Trauerfeiern“, „Welche Geschenke wann auspacken?“ bis „Grüßen und Bedanken“ und „Körpersprache“.
  • Wer rebellieren möchte, verhält sich entgegen dem, was man als höflich und „gut erzogen“ empfindet und kennt. Dieses Benehmen sollte man jedoch spätestens nach der Pubertät abgelegt haben und wieder zu dem zurückkehren, was Eltern einem als Kind (vielleicht) mühevoll beigebracht haben. Die grundlegenden Regeln des guten Benehmens garantieren einfach einen angenehmeren Umgang mit anderen Menschen, was letztlich jedoch Einzelnen zugutekommt.
  • Wer irritiert die Nase rümpft, wenn Männer Frauen die Tür aufhalten, ihnen in den Mantel helfen oder sich zur Begrüßung erheben, scheint kein Freund der alten Schule zu sein. Dies ist jedoch wieder modern und macht gehörig Eindruck auf die Dame.

Auch gibt es viele Situationen in der Öffentlichkeit, in denen man nicht konkret weiß, was überhaupt gutes Benehmen ist, beispielsweise wenn es um die Themen Trinkgeld und das Zahlen in Restaurants geht. Wer sich hierbei jedoch auskennt, wird sich immer sicher vor aller Augen bewegen und braucht keine Angst vor peinlichen Situationen haben. Die „neuen“ Knigge Regeln halten zudem auch für neue und moderne Situationen die passenden Ratschläge parat, sodass man sich rundum sicher fühlen kann.

Ihr Arbeitsplatz ist Ihre Visitenkarte!

Achten Sie auf einen sauberen Arbeitsplatz. Es ist immer möglich, dass auch Kunden oder Kollegen spontan zu Ihnen kommen. Leere Kaffeetassen, das halbe Mittagessen vom Döner nebenan oder auch Kinderbilder der letzten 10 Jahre sollten nicht den Schreibtisch schmücken. Daher bietet es sich immer an, generell vor dem Urlaub einen „Putztag“ einzurichten. Dieser fällt weniger groß aus, wenn Sie freitags 10 Minuten in die Reinigung und Sortierung Ihrer Unterlagen investieren. Und mal ganz ehrlich, ist es nicht schöner montags an einen sauberen Arbeitsplatz zurückzukehren und nicht die Schlacht der letzten Woche vorzufinden? Die Entspannung des Wochenendes hält somit länger an, und Sie können die Woche strukturiert beginnen.